Bund Rottenburger Fischerfreunde

Gewässer des BRF

Neckar

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Der urschwäbische Fluss Neckar, von seinem Ursprung im Schwenninger Ried bis zur Mündung in den Rhein bei Mannheim ist 367 Kilometer lang. Circa 7 Kilometer werden seit 1947 vom Bund Rottenburger Fischerfreunde als Fischwasser betreut und genutzt. Die in den Gründerjahren artenreichen und reichlich vorhandenen Fischbestände wurden in den 50er und 60er Jahren, besonders durch die Gewässerverschmutzung stark dezimiert und fast ausgerottet.

Die Quappe und das Moderlieschen sind in unserem Neckarabschnitt nicht mehr vorhanden. Andere Fischarten wie Schmerle, Mühlkoppe, Schneider, Elritze und Gründlinge, die auf reich strukturierte Gewässerläufe angewiesen sind, sind leider nur noch in geringen Populationen anzutreffen.

Nur durch künstliche Besatzmaßnahmen ist es gelungen, einen ausgewogenen Bestand an Salmoniden (Bach- und Regenbogenforellen und Äschen), sowie von Cypriniden (Karpfen, Schleie, Döbel, Rotauge und Rotfeder) im Neckar wieder anzusiedeln. Auch die räuberischen Fischarten Hecht, Aal und Flußbarsch haben ihren Lebensraum im Rottenburger Neckarwasser.

Nach Einzelfunden von Flußkrebsen (Astacus astacus) haben die Rottenburger Fischerfreunde unter erheblichem finanziellen Aufwand die Population des als nahezu ausgerottet geltenden Edelkrebses gezielt durch Besatz gestärkt. Kontrollfänge bestätigen unsere Hoffnung, dass sich in einigen Jahren in unserem Neckarwasser wieder ein ansehnlicher Edelkrebsbestand bilden wird. Ebenso versuchen wir mit Brütlingen, die noch im letzten Jahrhundert als “Brotfisch” geltende Nase wieder heimisch zu machen. Und seit den letzten Jahren wird die Nase durch langjährige gezielte Besatzmaßnahmen auch wieder immer populärer.

Leider müssen wir mit zusehen, wie der natürliche Fischjäger Kormoran seit 1993 massiv in unsere Gewässer einfällt und den Fischbestand erheblich dezimiert. Elektrofischereirechtliche Bestandskontrollen, die in Zusammenarbeit mit der Fischereiforschungsstelle des Landes durchgeführt wurden, bestätigen einen deutlichen Verlust bei den meisten Fischarten. Die weitere Entwicklung müssen wir noch abwarten.

Rolusee

 

 

 

 

 

Ein in den 50er Jahren zur Kiesgewinnung geschaffenes, an der östlichen Peripherie von Rottenburg gelegenes Loch in der Landschaft, verkam nach und nach zur Müllkippe, bis die Rottenburger Fischer die Initiative ergriffen, um das Gelände als natürlichen Lebensraum zu erhalten. Durch harte Arbeit und viel Engagement wurde in Zusammenarbeit mit Herrn Forstdirektor Schilling der See mit seiner Uferregion angelegt und das umliegende Areal vielfältig bepflanzt.

Praktizierter Naturschutz der Fischer bereits in den 60er Jahren! Der See, so wie wir ihn heute vorfinden, ist Lebensraum für viele Fische: Karpfen, Schleie, Rotfeder, Hecht, Aal. Rotaugen und Brachsen sind die am häufigsten anzutreffenden Fischarten. Auch die selten gewordene Teichmuschel ist im See in einer großen Population anzutreffen.

Die Uferregion und das umliegende Gelände bietet vielen Amphibien und seltenen Vogelarten Schutz und Lebensraum.

 

Katzenbach

 

 

 

 

 

 

Die Quellen des Katzenbaches liegen am südöstlichen Rammertrand in Höhe von Bad Sebastiansweiler. Verstärkt wird er durch den Krebsbach, der auch im südlichen Rammertgebiet entspringt. Gemeinsam durchschneiden sie die “Sieben Täler”, um im Neckar in Bad Niedernau zu münden.

Der Katzenbach, in den Gemarkungsgrenzen von Bad Niedernau, gehört seit 1996 wieder zum Rottenbburger Vereinsgewässer.

Die Besonderheit des Gewässers ist das Vorkommen von Bachneunaugen und einer stattlichen Edelkrebspopulation. Auch Bachforellen und Kleinfische leben im Bach.

Um dieses seltene Leben im Gewässer so wenig wie möglich zu stören, ist es nur der Jugendgruppe erlaubt, einmal im Jahr den Fischfang auszuüben.

 

Bischoffsee

 

 

 

 

 

 

Durch den Kiesabbau der Firma Bischoff entstand östlich von Rottenburg ein See, der heute auf eine 12 Hektar große Seenlandschaft angewachsen ist. Schon frühzeitig bemühten sich die Rottenburger Fischerfreunde um die Fischereipacht.

Die besondere Problematik des künstlich geschaffenen Sees lag in der Vergangenheit in der fehlenden Unterwasserfauna.

Die meisten Fischarten benötigen, als sogenannte “Krautlaicher”, Unterwasserpflanzen zur erfolgreichen Fortpflanzung. Durch regelmässige Besatzmassnahmen finden wir heute im Seengebiet fast alle heimischen Fried- und Raubfische.

Als Einschnitt erwies sich die Ausweisung des Geländes zum Naturschutzgebiet. Ungefähr die Hälfte des Uferstreifens darf seither von den Angelfischern nicht mehr betreten werden. Die Rottenburger Fischer halten sich an diese behördliche Anordnung - leider tun dies Badegäste, Spaziergänger und Erholungssuchende oft nicht…

Durch aktive Zusammenarbeit mit den örtlichen Natur– und Vogelschutzbünden darf der See auch an bestimmten Stellen im Naturschutzgebiet befischt werden. Hier muss sich jeder Angler vor jeder Begehung im Schaukasten am Parkplatz vergewissern, welche konkreten Stellen gesperrt und freigegeben wurden. Des Weiteren dürfen rund um den See weder Bäume, Sträucher und sonstige Pflanzen abgeschnitten und abgesägt werden. Müll und sonstiger Unrat darf nicht am Angelplatz liegen bleiben! Wer hier durch ein Fehlverhalten auffällig wird, muss mit dem Entzug der Fischererlaubnis und auch mit einem Ausschluss aus dem Verein rechnen.

 

 

Seltenbach

 

 

 

 

 

Meinen Namen habe ich nicht umsonst bekommen. Wann das genau war, kann ich euch nicht sagen, aber die Gründe dafür will ich euch kurz erzählen.

Meine Ursprünge reichen vom südlichen Rand Nagolds über Vollmaringen, Baisingen und Ergenzingen. Da der Erdboden sehr durchlässig ist, verschwinde ich im Untergrund und komme nach ungefähr 5 Kilometern wieder ans Tageslicht.

Hier hat man mir die Namen Hammelhansquelle, Kühnerquelle, Nellingsheimer Quelle und Eckenweilerquelle gegeben. Jetzt kann ich als richtiger Bach durch das Rommelstal dem Neckar ungestört zufließen.

Ja, wenn da nicht die Römer gewesen wären. So ungefähr 100 n. Chr. hatten die ein acht Kilometer langes Aquadukt nach Summelocenna gebaut, um mein kühles Naß für ihre Badefreuden zu nutzen.

Auch im Mittelalter hatte man mir mein Wasser weggenommen und mit den dort vorhandenen eisenhaltigen Quellen für Bäder und Kuren im Stahlbad Obernau verwendet.

Das Ende des 19. Jahrhunderts stark wachsende Rottenburg benötigte nun noch mehr frisches und klares Wasser für seine Bürger. Ein königlich württembergischer Ingenieur, Baurat Ehmann, wurde beauftragt, eine moderne Trinkwasserleitung nach Rottenburg zu verlegen. Bis ins Jahr 1953 hat man mit so mein bestes Wasser abgezwackt. Seit dieser Zeit bin ich wieder nicht mehr so “selten”, leider aber auch nicht mehr klar und rein.

Als zusätzliche Quelle hat man mir das zwar geklärte, aber mit erheblichen Schmutzstoffen verunreinigte Abwasser von Ergenzingen eingeleitet. Ungefähr 8 Stunden Fließzeit brauche ich bis ich die Schmutzfracht verarbeitet habe, um mich selbst - auf der Gemarkungshöhe von Obernau - als einigermaßen sauberen Bach bezeichnen zu dürfen.

Hier beherberge ich sogar eine stattliche Population an Groppen. Auch Schmerlen, Gründlinge, Forellen und Edelkrebse haben sich in meinem Refugium wieder eingefunden.

Sehr froh bin ich darüber, daß die Kläranlage in Ergenzingen ausgebaut und modernisiert wird, so daß sich mein Gesamtzustand in naher Zukunft deutlich bessern wird. Es ist anzunehmen, daß dann wieder viele Fische in meinem gesamten Bachlauf leben können.

 

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